Sonthofen, 06.10.2018, von Alexander Fleischer

Realitätsnahe Bereichsausbildung „CBRN“ in Sonthofen

In der insgesamt 24 Stunden (32 UE) umfassenden „Bereichsausbildung Atemschutz Teil II – CBRN“ wurden Atemschutzgeräteträger der Regionalbereiche Kempten, Mühldorf und München im Bereich CBRN (früher ABC) ausgebildet.

Seit 2016 baut das THW seine CBRN-Fähigkeiten wieder verstärkt auf, nachdem diese nach dem kalten Krieg in den 90iger Jahren komplett eingestellt wurden. Ziel ist es, den gesetzlichen Auftrag des Technischen Hilfswerkes (THW) auch in CBRN-Lagen erfüllen zu können. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren (früher „ABC“). Die Bereichsausbildung fand in enger Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und in den Räumen der Schule für ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben in der Jägerkaserne in Sonthofen statt.

Am ersten Wochenende wurden die insgesamt 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 8 Ortsverbänden von dem Bereichsausbilder des THW und Fachausbildern der Bundeswehr in das umfangreiche Thema „CBRN“ eingewiesen. Neben theoretischen Erklärungen wurden auch praktische Übungen zum besseren Verständnis durchgeführt. Dazu zählten unter anderem das Erkennen von CBRN-Gefahren und das An- und Ablegen der Schutzkleidung, sowie das Arbeiten mit den Messgeräten.

Der Einsatz der Messgeräteausstattung für RN-Gefahren (Radiologisch und Nuklear) konnte am zweiten Wochenende unter Realbedingungen geübt werden. Auf dem Übungsgelände der Bundeswehr wurden echte Strahler verteilt, die von den zukünftigen CBRN-Helfern aufgespürt werden mussten. Dabei konnte den Teilnehmern auch die AAA-Regel (Abstand halten, Aufenthaltszeit begrenzen, Abschirmung nutzen) verdeutlicht werden. Ebenso wurde der Aufbau einer Notdekontaminationsstelle für Einsatzkräfte und deren Betrieb ausgebildet.

Abschließend wurde am Sonntag eine Einsatzübung durchgeführt, um das erlernte Wissen anzuwenden und zu vertiefen. Simuliert wurde ein Gebäudeeinsturz eines chemieverarbeitenden Unternehmens mit gemessener radioaktiver Strahlung. Die Ausbildungsteilnehmer wurden als Unterstützung für die bereits eingesetzten Kräfte angefordert. Nachdem die Notdekontaminationsstelle eingerichtet wurde, erkundete ein Trupp mit spezieller Schutzkleidung die Einsatzstelle und lies diese entsprechend absperren. Zwei weitere Trupps begaben sich daraufhin in den Gefahrenbereich um zwei verschüttete Personen zu retten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei der THW Regionalstelle Kempten, bei der Schule für ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben der Bundeswehr und dem Kreisverbindungskommando Oberallgäu, allen voran Oberstleutnant Helbig, sowie Stabsfeldwebel Weigle für die Unterstützung bei der Ausbildung bedanken. Trotz der Durchführung bei und teilweise durch die Bundeswehr wurde der Lehrgang nach dem Curriculum „Basisausbildung Atemschutz Teil II – CBRN“ des THW durchgeführt. Auch die Messgeräte sowie die Schutzausstattung entsprechen der StAN des THW.

Der THW Ortsverband (OV) Sonthofen baut seine CBRN-Fähigkeit derzeit sehr stark aus und gilt als spezialisierter OV im Regionalbereich. Durch die Nähe zur ABC-Abwehr Schule der Bundeswehr und das große Engagement der Helfer wurde durch den Ortsverband zusätzliches Material zur StAN-Ausstattung (Stärke- und Ausstattungsnachweis) des THW beschafft und Beladungs- und Ablaufkonzepte erstellt. Eine der Maßnahmen ist die Beschaffung eines Anhängers durch den Ortsverband, um das gesamte Material an die Einsatzstelle transportieren und damit arbeiten zu können. Die Führungskräfte geben ihre Erkenntnisse in diesem Bereich an die THW-Leitung weiter um einen Mehrwehrt für die gesamte Bundesanstalt zu ermöglichen.


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