Tukastan, 09.05.2016, von Alpine16 / M. Gernböck / A. Fleischer

Multinationale Katastrophenschutzübung

"Alpine16" mit Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und Italien fand dieses Jahr in Sonthofen statt.

Es ist keine gewöhnliche Übung. Viele Wochen bedurfte es an Vorbereitungen, um die Anforderungen an die Einsatzkräfte so reell wie möglich zu gestalten. Im angenommenen Szenario, bittet das Land Tukastan nach verheerenden Schäden eines Tornados, die EU um Hilfe. Diesem Hilfeersuchen folgen Einheiten des Technischen Hilfswerkes (THW) aus Bayern, des Weißen Kreuzes aus Südtirol und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASBÖ), Landesverband Steiermark.

Für die 48 ehrenamtlichen THW-Übungsteilnehmer, die aus 22 Ortsverbänden kommen, begann die Übung bereits mit den Einsatzaufträgen, welche die Dienststelle des THW-Landesverbandes Bayern in München, versandt hatte. Am Donnerstagmorgen war Sammelpunkt in der Liegenschaft des THW-Ortsverbandes Kempten. Der Teamleader musste seine Mannschaft formieren, die Einreiseformalitäten für den Zoll vorbereiten und den Fahrzeugkonvoi zusammenstellen. Der Vertreter des THW-Landesverbandes, Referatsleiter Siegfried Schymala, unterwies die Helfer in den bevorstehenden „Auslandseinsatz“ und übergab die Handkasse dem Kassenführer. Gut gerüstet machte der Konvoi sich auf den Weg zur „Grenze“, und damit mitten hinein in ungeahnte Schwierigkeiten.

Einreiseformalitäten gestalten sich in manchen Ländern kompliziert. Trotz dringend erbetener Hilfe erwiesen sich die Einreiseformalitäten des fiktiven Staates Tukastan als ziemlich schwierig. In englischer Sprache mussten Visum und fehlende Einreisepapiere ausgefüllt werden, die Grenzbeamten kannten kein Erbarmen, filzten Mannschaft und Fahrzeuge, bestanden unerbittlich auf die gewünschten Papiere. Ein untergeschobener „Drogenfund“ brachte richtig Stress für den Betroffenen, der völlig ahnungslos war. Nicht anderst erging es den Teams vom Weißen Kreuz und Samariterbund.

Stunden später konnte die Reise fortgesetzt werden. Am Zielort Tukasabat eingetroffen, mussten die Experten der drei Teams sich schnell koordinieren und zusammenfinden, um ihr Basiscamp zu organisieren und aufzubauen. Zelte, Fuhrpark, Küche, Strom- und Wasserversorgung, Absperrungen – keine einfache Aufgabe.

Für den ersten Tag gibt es noch viel zu tun und er ist noch lange nicht zu Ende. Es könnte durchaus sein, dass unverhofft ein A-toc-Einsatz hinzukommt.

Eine Vermisstensuche in den Abendstunden, ließ die Einsatzkräfte nicht zur Ruhe kommen. In freiem, dunklen Gelände mussten vermisste Personen geortet werden. Nach dem glücklichen Ende, dass alle 12 Personen, zwar verletzt, aber lebend gefunden werden konnten, galt es bereits am frühen Morgen sich weiteren Einsatzszenarien zu stellen und Lagemeldungen abzugeben. Im Selbstschutz-Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Sonthofen wurde simuliert, dass nach einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren Beteiligten eines der Fahrzeuge in Brand gerät und zwei im Fahrzeug befindliche Gasflaschen explodieren.

Bevor sich die Rettungskräfte ein umfassendes Bild von der Schadenslage machen konnten, mussten sie die leicht verletzten Personen betreuen, die panisch auf dem Gelände umherrannten. Mit Löschdecke wurden die Flammen einer brennenden Person (Puppe) erstickt und mit schweren Brandverletzungen den Sanitätern übergeben. Zeitgleich wurde der brennende Wagen abgelöscht und gesichert. Nachdem die gehfähigen Personen aus der Gefahrenzone gebracht waren, konnten die Kräfte die Verletzten und teilweise eingeklemmten Personen befreien und der weiteren Versorgung übergeben. Unter eingestürzten Betonteilen, wurden verletzte Personen vermutet. Hier galt es, diese zu orten, Zugänge freizuschneiden und medizinisch zu versorgen. Ein Zelt für die Verletztenversorgung wurde von den Rettungskräften aufgebaut. Die Koordination und Zusammenarbeit gestaltete sich nicht ganz einfach und die Führungskräfte waren hier gefordert.

Im Laufe des Nachmittages wird die Darstellung für eine zweite Gruppe wiederholt.

Ebenfalls wird eine Pressekonferenz simuliert. Auf englischer Sprache müssen sich die Teamleader  der Organisationen den schwierigen Fragen der „örtlichen“ Medien des Landes Tukastan stellen.

Um den Helfern zu verdeutlichen was für Anstrengungen sie im Einsatz standhalten müssen, wurden alle Szenarien so real getreu wie nur möglich dargestellt und somit z.B. auch Nachts eingespielt.

Bis zum heutigen Samstag waren die Helfer somit bereits voll gefordert. Doch die Einsatzkräfte musste noch einmal all Ihr Expertenwissen bündeln, den Samstag war der Tag der Übung, welcher noch einmal den vollen Einsatz aller Beteiligten forderte.

Um 8:00 Uhr Morgens wurden die ersten Einsätze eingespielt, welche sich von Lappalien in eine Großschadenslage ausweiteten. Um auch hier wieder ein so realgetreues Szenario wie möglich bieten zu können, durfte das THW das Übungsgelände der „Jäger Kaserne“  nutzen. Auch hier wurde das arbeiten mit schwerem Gerät, das Retten von Verletzten wie die Erstversorgung von Verletzten durch Rohrbrüchen, Verschüttungen und Explosionen begleitet. Für die Übungsleitung besonders schön zusehen war, dass die Einsatzkräfte am dritten Tag der Übung reibungslos „Schulter an Schulter“ zusammen Arbeiteten und sich perfekt ergänzten. So war es fast selbstverständlich, dass Helfer des THW mittels eines sogenannten Leiterhebels einen Zugang für Sanitäter aus Österreich zu verletzten Personen in einem Trümmerfeld ermöglichten. Und zum anderen mit Hilfe einer sogenannten „Schrägen Ebene“ Verletzte Personen retteten um diese den italienischen Rettern des  Weißen Kreuzes zu übergaben.

Besucher der Übung wie Landrat Anton Klotz, die Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger, Eberhard Rotter und Lepod Herz, aber auch der THW Landesbeauftrage Dr. Fritz Helge Voß machten sich persönlich ein Bild von der Übung. Sie waren allesamt beeindruckt was die Einheiten hier im Allgäu geleistet haben. Besonders Landrat Klotz zeigte sich sehr begeistert da er selbst einmal im THW tätig war. Er sagte „Die Begeisterung das THW in Aktion zu sehen ist für mich kaum zu beschrieben. Wenn man hier einmal dabei war verliert man den Bezug zum THW nie wieder“


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