17.07.2019, von A. Fleischer (Bider: B. Liss)

Alarmübung: Murenabgang im Steinbruch Wertach

THL 5 VU Bus besetzt, mehrere Pkw verschüttet! So lautete das Einsatzstichwort für die rund 80 Kräfte vom THW Sonthofen, dem THW Kempten und der Johannitergruppe aus Kempten am Freitagabend. Gemeinsam rückten die Kräfte mit Blaulicht und Martinshorn zu einer Einsatzübung in den Steinbruch nach Wertach aus.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte aus Sonthofen ging es gleich zur Sache. Gruppenführer Christopher Rogg und Truppführer Johannes Schneider - erste am Einsatzort, wurden gleich von zwei Verletztendarstellern angegangen. Sie berichteten, dass eine Mure über die Straße abgegangen sei und ihre Freunde mit dem Bus abgestürzt sind. Auch mehrere Autos wurden verschüttet. Sofort wurde mit der Erkundung und der Bergung der ersten Personen, welche nicht selbstständig laufen konnten, begonnen. Mit schwerem Gerät musste eine verletzte Person, die vorher so realistisch wie möglich geschminkt wurde, aus einem Pkw befreit werden. Mit einer hydraulischen Schere und einem Spreizer, wurden die Türen des Autos entfernt und der verletzte durch den Rettungsdienst der Johanniter geborgen.

Währenddessen begaben sich auch schon die ersten Kräfte an den abgestürzten Bus. Dieser ist rund 10 Meter einen Abhang hinuntergestürzt und kam auf der Fahrerseite zum Liegen. Da die Straße, die nach unten führt, verschüttet wurde, mussten die Männer und Frauen des Technischen Hilfswerks über einen Steilhang zu den Verletzten. Mit Steckleitern wurde ein provisorischer Weg gelegt, über den Verletzte mit einem Schleifkorb abtransportiert und Material zur Einsatzstelle gebracht werden konnte. Da die sogenannte Einsatzübung spät abends durchgeführt wurde, musste auch eine Beleuchtung mit mehreren Strahlern aufgebaut werden.

Unterstützt wurden die Sonthofer THW-Helfer auch vom Ortsverband Kempten, die mit ihrer Fachgruppe „Räumen“ angerückt sind. Mittels Radlader wurden die verschütteten Autos befreit und die Toten, dargestellt durch schwere Puppen, geborgen. Am abgestürzten Bus hingegen, ging die Arbeit pausenlos weiter. Bei immer wieder starkem Regen und Blitzen, wurde der Bus mit Baustützen abgestützt um ein weiteres Umkippen zu verhindern. Der Rettungsdienst versorgte die Verletzten im Bus. Ein Teil der rund 20 Verletzten konnten den Bus durch den am Dach befindlichen Notausgang verlassen, bewusstlose Personen mussten befreit und abtransportiert werden. Innerhalb kürzester Zeit konnten so die Verletzten und auch toten Personen geborgen werden.

„Wir haben diese Übung lange geplant. Solche Szenarien mit einem abgestürzten Bus sind real, auch durch die vielen Passstraßen bei uns.“, so Zugführer Alexander Gringel. „Auch das Zusammenspiel zwischen den Bergungsteams und dem Rettungsdienst ist wichtig zu üben. Bei einem Busunglück ist mit vielen Betroffenen und Verletzten zu rechnen, was durch die Rettungskräfte trainiert werden muss.“

Aufgrund eines Realeinsatzes, einem verunfallten PKW auf der A7, bei dem die alarmierten Kräfte aus Kempten unterstützen, nahm aus dem Ortsverband Kempten nur die Fachgruppe Räumen an der Übung teil.

Ein großes Dankeschön gilt den Firmen „Wilhelm Geiger GmbH & Co. KG“ für die Bereitstellung des Steinbruchs, dem Busunternehmen „"Komm mit" Morent GmbH & Co. OHG“ für die Zurverfügungstellung des Busses, sowie der Firma „Bereuter“ für dessen Transport.

 

 


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